Archiv für den Monat: Oktober 2011

Sauna

Auf Arte habe ich mir mal vor einem dreiviertel Jahr einen finnischen Horrorfilm (OmU) aufgenommen und ich bin leider dieses Wochenende dazu gekommen ihn anzuschauen. Im Jahr 1595, nach 25 Jahren schwedisch-russischen Krieg in den heutigen Ländern Finnland, Estland und Lettland, herrscht nun endlich Frieden.

Eine paritätische Kommission aus Finnen und Russen soll nun gemeinsam die neue Grenzziehung in Karelien vollziehen. Mit dabei sind Eerik, der nichts anderes als den Krieg kennt und trotz seiner neuen Brille, die ihn irgendwie gebildet aussehen lässt, ein Schlächter ist und sein kleiner Bruder Knut, dem dies als Student in Stockholm erspart geblieben ist und nun mit seinen karelischen Kartographien eine Professur anstreben will.

Gemeinsam wird Knut von Erik zuvor jedoch in ein Verbrechen hinein gezogen, dass Knut bis in die Sümpfe Kareliens hinein verfolgen soll. Dort kommt es in einem mystischen Dorf in der Mitte eines Sumpfes zum Showdown, in dem Traum und Wirklichkeit nahezu zerfließen.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

50 erste Dates

Ja ja, ich muss es immer wieder (siehe Spanglish) betonen. Eigentlich mag ich Adam Sandler nicht. Aber wie zum Beispiel in Punch Drunk Love schafft er es in seinen ernsteren Rollen, einen gewissen Charme und Witz zu verströmen, welcher die Tragik umwandelt.

In 50 erste Dates verliebt er sich jedenfalls in die herzerreißend unter einer Kurzzeit-Amnesie leidenden Drew Barrymore. Und da die sich jeden Morgen nicht mehr an sie erinnern kann, muss sie sich jeden Tag erneut in sie verlieben. Wie romantisch…

Schönes Unterhaltungskino, wie ich finde.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Chronicle

Wooohooo! Da kommt doch mal wieder so ein Film so richtig für meinen Geschmack raus. Ok, ich muss noch bis Februar 2012 warten (und wer weiß, ob bis dahin nicht die Welt untergegangen ist), aber Mystery, Science-Fiction mit Hand-Held Kamera in echt gefilmt, wie bei Cloverfield. Das will ich sehen.

Regisseur Josh Trank ist ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Aber ist auch der Drehbuchautor und macht damit meinem Lieblingsregisseur J.J. Abrams alle Ehre.

Schaut’s euch einfach selbst an!

Jane Eyre

Jane Eyre ist vermutlich der Prototyp eines Frauenfilms genauso wie es der Prototyp einer Literaturverfilmung. Ich habe mich trotzdem dafür interessiert, weil ich die dicken Romane der Brontë-Geschwister natürlich nie lesen würde, es mich aber dennoch interessiert, zu welchen Plots man mitte des vorletzten Jahrhunderts schon in der Lage war.

Natürlich ist die Handlung um die Gouvernante Jane Eyre viel zu komplex, um das hier kurz darzulegen. Mia Wasikowska (Alice im Wunderland, The Kids are All Right) spielt die Jane Eyre großartig und auch Michael Fassbender spielt super. Es ist natürlich eine nicht komplett standesgemäße Liebesgeschichte mit der Charlotte Brontë vor 160 Jahren die sozialen Missverhältnisse des verarmten oder verstoßenen Bürgertums anprangerte. Das ist natürlich nicht frei von Romantik, jenseits der Klassenagitation, die ja damals aufkam. Dafür sind doch auch einige Elemente der Gothic Novel dabei.

Insgesamt einer der Frauen- und Literaturfilme, die man sich trotz einiger Längen guten Gewissens anschauen kann.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Winter’s Bone

Winter’s Bone wollte ich eigentlich gar nicht gucken. Ich dachte er sei brutal (auch mit seiner psychischen Brutalität) und von einer sehr negativen Düsterkeit. Zumindest letzteres stimmt eindeutig. Die 17-jährige große Schwester ist auf der Suche nach ihrem Vater, der Drogen herstellt und auf Kaution frei ist. Erscheint er nicht zum Gerichtstermin, verliert die Familie (apathische Mutter und drei Kinder) ihre Bruchbude samt Waldgrundstück im kalten Mittleren Nordwesten der USA.

Ich hoffe nicht, dass dieses Setting tatsächlich existiert. Die Wälder, in denen Jennifer Lawrence ihre Nachbar- und Verwandtschaft abklappert, die allesamt gefühlskalt reagieren, sind kalt und grau. Die Männer regieren ihre Familien mit brutaler Gewalt. Eigentlich will die junge Protagonistin raus aus dieser Welt – doch ihr Verantwortungsgefühl ihrer Mutter und der beiden jüngeren Geschwister bindet sie an diese grausame Welt in den Wäldern.

Immerhin gibt es sowas wie ein Happy End – zumindest in einem „Clint Eastwood“-Sinne.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

What a man

Matthias Schweighöre ist ja ein schauspielerisches Ziehkind von Till Schweiger und der hat ja zuletzt als Autor (mit Co-Autor) und Regisseur (mit Co-Regisseur) so ziemlich alles an seinen Filmen selbst gemacht. Ja, und Matthias wollte da wohl nicht hinten anstehen. Auch er hat bei seinem neuen Film What a Man gleich mal Regie geführt (mit einem Co-Regisseur).

Gut, jetzt sind die Schweiger/Schweighöfer-Filme nicht unbedingt ein Hort von Kreativität und eher Unterhaltungskino, von daher muss man auch Abstrich an die eigene Erwartungshaltung machen. Und dann muss man sagen, geht die romantische Kindergarten-Freundschaft wird zur Liebe-Story gerademal noch so durch. Das Highlight ist eher wie sympathisch und erholsam Klischeefrei die Stadt Frankfurt als Kulisse inszeniert wird. Und auch Multikulturalität ist in dem Film zwar da, aber nie Thema. Diese Unaufgeregtheit fand ich doch sehr bemerkenswert, täuscht aber nicht so wirklich über die Schwächen in der Handlung hinweg.

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

Dogma

Wenn man sich mal überlegt, wer da alles dabei ist: Chris Rock, Matt Damon, Ben Affleck, Selma Hayek, Alan Rickman – nicht schlecht für einen dezidierten B-Movie. Regisseur Kevin Smith muss einen wahrhaft großen Freundeskreis haben. Und eine ausgiebige Teeanager Fantasie.

Der Film kalauert sich in Fäkal- und Sexual-Sprache durch alle Dogmen des Katholizismus in Begleitung der einzigen Blutsverwandten von Jesus Christus, die zwei gefallene Engel davon abhalten muss eine katholische Kirche zu betreten, weil sie dadurch einen Generalablass erhalten würden. Dass sie dabei unter anderem von drei dämonischen Street Hockey Jugendspielern aus Wisconsin und einem „Scheiß“-Dämon aufgehalten werden soll, erklärt sich nie hundertprozentig.

Trotzdem ist der Film eine wilde Gaudi, der einfach Spaß macht. Und Jay & Silent Bob sind wie immer grandiose Filmfiguren. Ich vergebe an Dogma 8 von 10 Sternen.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Donnie Darko – Fürchte die Dunkelheit

Und nun mal zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme ever. Kevin Smith, der Regisseur dieses Meisterwerks hat nichts annähernd so gutes mehr hinbekommen und der Film ist ein Paradebeispiel für ein Werk das besser ist als sein Meister.

Jake Gyllenhall spielt einen Außenseiter, der nachdem ein Flugzeugteil in sein Haus stürzt von merkwürdigen Ereignissen heimgesucht wird. Der Film dreht in eine sonderbare Melange aus Thriller und Mysterium und gipfelt in noch Größerem. Ohne in Hektik zu verfallen wird eine Geschichte ausgebreitet, die so unglaubwürdig wie faszinierend ist. Gruselig.

Rating: ★★★★★★★★★★ 

School of Rock

School of Rock lief neulich auf Kabel 1 und ich dachte zuerst, ich hätte ihn noch gar nicht gesehen. Das ist nicht so ganz verwunderlich, denn es bleibt echt wenig hängen.

Das ist insofern etwas verwunderlich, weil der Film eigentlich recht nett ist. Jack Black übertreibt zwar immer ein wenig, aber einer Kömodie steht sowas ja oft gut. Aber die Story ist einfach zu jedem Zeitpunkt absolut vorhersehbar. Schade eigentlich.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆