Warm Bodies

warm-bodiesIch denke, wenn man einen Zombie-Liebesfilm macht, in dem sich ein Zombie in ein hübsches junges Mädchen verliebt, dann muss man eine ganze Menge Abstriche machen, was die Konsistenz der Handlung angeht. Und so ist es auch bei Warm Bodies.

Ich muss sagen, die Ich-Perspektive des Zombies, der sich verliebt – das ist auf jeden Fall ganz witzig und auch sehr gut umgesetzt. Ansonsten ist die Handlung natürlich 08/15-Ware, aber recht unterhaltsames Popkorn-Kino mit eher mittlerem Gruselfaktor. Nicholas Hoult spielt den namenlosen Zombie mit dem echten Gefühlsleben und Teresa Palmer das Mädchen. Insgesamt fand ich den Film recht okay, aber ich habe auch nicht so viel erwartet.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Warm Bodies
(2013)
Warm Bodies poster IMDB-Rating: 6.9/10 (163046 votes)
Regisseur:
Jonathan Levine
Autor: Jonathan Levine (screenplay), Isaac Marion (novel)
Schauspieler: Nicholas Hoult, Teresa Palmer, Analeigh Tipton, Rob Corddry
Laufzeit: 98 min
Genre: Comedy, Horror, Romance
Release Datum: 1 Feb 2013
Inhalt: After a highly unusual zombie saves a still-living girl from an attack, the two form a relationship that sets in motion events that might transform the entire lifeless world.

Prakti.com

prakti-comMh, Owen Wilson und Vince Vaughn, der auch für Produktion und Screenplay verantwortlich ist, in einem zweistündigen Film über Google. Also 2 volle Stunden Employer Branding für eine der medial präsentesten Firmen überhaupt. Das hat natürlich ein ganz gewaltiges Geschmäckle. Ist es wirklich notwendig sowas in einen Kinofilm zu fassen. Wäre der richtige Vertriebweg nicht eine Veröffentlichung auf Youtube gewesen.

Nagut, funktioniert der Film als Komödie. ZWei ältere Offliner verlieren ihren Vertreterjob und versuchen sich nun als Praktikanten bei Google und finden sich unter Hunderten von Zwanzigjährigen und hochtalentierten Codern. Doch nur eines der Praktikantenteams bekommt am Ende der Praktikumszeit einen Job bei Google angeboten. Das ist natürlich die normalen 08/15-Hollywood-Story, von daher kann man nicht viel erwarten. Und viel mehr wird auch nicht geboten. Der Film ist ganz nett, und durch das ausschließliche Product Placement von Google-Produkten, bleibt einem wenigstens jegliches andere Product Placement erspart.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Game Change – Der Sarah-Palin-Effekt

game-changeEin Film über Sarah Palin, kann das funktionieren? Ein bisschen skeptisch war ich schon, aber der US-Bezahlsender HBO macht ein paar der besten Serien in Alleinregie und da war ich doch gespannt, was dieser HBO-Film so kann. Zumal Sarah Palin in den USA sicherlich eine enorm kontroverse Person ist – anders als in Europa auch mit vielen Befürwortern.

Das tolle an Game Change ist, dass der Film nicht darauf aus ist, Sarah Palin schlecht zumachen, sondern die Geschichte des Wahlkampfs des Vietnam-Veteranen und eigentlich recht liberalen Republikaners John McCain, der überraschend eine junge Gouverneurin aus Alaska zu seine Kandidatin als Vize-Präsidentin macht, ohne genau zu wissen worauf er sich einlässt. Und ohne zu ahnen, dass Sarah Palin viel weniger eine Politikerin als eine Fanatikerin ist.

Julianne Moore spielt Sarah Palin so fantastisch. Man glaubt ihr die Härte und die Verletzlichkeit, den Sturrkopf und den Familienmensch. Ein absolut toller Film!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Pitch Black – Planet der Finsternis

pitch-blackAls ich Pitch Black das erste mal gesehen habe, konnte ich den Film überhaupt nicht einordnen. Er war eigentlich zu einfach, um ein guter Science Fiction Film zu sein, aber dennoch zieht er einen absolut in seinen Bann. Mit seinen an losen Enden hängenden Ideen und seinen Figuren.

Das Transporter Raumschiff Hunter-Gratzner stürzt auf einem wüsten Planeten ab, es gibt nur ein knappes Dutzend Überlebende. Die meisten sind muslimische Pilger, unter ihnen ist aber auch der Gefangene Riddick. Pech für die Gruppe, dass über den Planeten gerade die Nacht einbricht, was sie nur alle 22 Jahre tut. In der Nacht kommen zahlreiche Alien-Monster an die Oberfläche und versuchen alles zu verspeisen, deren sie habhaft werden.

Und so entschließt sich die Gruppe alles auf die Karte Riddick zu setzen, dem mystischen und äußerst einsilbigen Einzelgänger, von dem keiner seine Verbrechen kennt. Doch der Charakter trägt den Film so ungemein gut, dass 4 Jahre später ein weiterer Film in die Kinos kam (Riddick – Chroniken eines Kriegers), und dieses Jahr ist es soweit, dass es auch einen dritten Teil geben wird (Riddick: Dead Man Stalking). Ich bin schon sehr gespannt.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Rushmore

rushmoreHui, da hat mich mal wieder ein Film umgehauen, den ich nur zufällig nachts auf einem öffentlich-rechtlichen Spartenkanal gesehen habe. Rushmore, mal wieder Coming-of-Age, eine verschrobene Geschichte von dem 15-jährigen Überflieger Max Fisher, der ein Projekt nach dem nächsten an seiner Schule aus der Taufe hebt.

So viele, dass er kaum mit seinen schulischen Leistungen hinterherkommt. Überhaupt ist er nur an der Privat-Schule Rushmore, weil ihn der Direktor entdeckt hat, und er seine unendliche Kreativität schätzt. Allerdings geht sein Projekt, eine junge Lehrerin zu erobern, kräftig in die Hose. Ob es wirklich Liebe ist, kann man nicht sagen, aber Jason Schwartzman und Bill Murray arbeiten sich so grandios an der mystischen jungen Witwe gespielt von Olivia Williams ab. Das man seinen Blick nicht abwenden kann.

Dramaturgisch gleicht das Ganze eher einem Feuerwerk. Am Ende zünden alle Raketen, alle verschwurbelten Fallstricke, die Regisseur Wes Anderson zuvor ausgelegt hat. Überhaupt steht bei Wes Anderson ja das Bild im Vordergrund und er hat seine eigene Cinematografie entwickelt, die man aus The Royal Tenenbaums kennt (und aus Moonrise Kingdom kennen sollte). Ich werde mir glaube auch noch alle anderen Filme anschauen, die Wes Anderson so dirigiert hat.

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Bet, Raise, Fold

Innerhalb des Profi-Poker-Zirkus gibt es einen Namen der aktuell das lauteste Geräusch macht: Marvin ‚MadMarvin’ Rettenmaier. Der 26-jährige Poker-Spieler aus Berlin kam durch den Erfolg im Online Poker zu einiger Prominenz, was ihm zu einem Platz im Profi-Poker verhalf. Obwohl Rettenmaier zuletzt von Mike Watson vom Bluff Power Rankings Thron gestoßen wurde, ist er immernoch einer der gefürchtesten Spieler eines Pokerspiels durch seine Taten in der World Series of Poker im letzten Jahr. Rettenmaiers Erfolg erinnert dabei stark an den eines weiteren deutschen Spielers von vor 10 Jahren Chris Moneymaker. 2003 war Moneymaker die Weltsensation als er als erster Online Poker Qualifikant die Weltmeisterschaften gewann.

Im 21 Jahrhundert wurden wir also Zeuge davon, dass das Internet die Profi-Poker-Landschaft gehörig veränderte. Dies inspirierte zum Dokumentarfilm Bet Raise Fold.
Es gab schon so viele Filme mit Poker, meistens fokussierten sie sich auf fiktionale Ereignisse im Kasino. Aber Bet, Raise, Fold ist anders. Es zeigt die Realität. Der Film schmückt sich nicht mit Hollywood-Stars oder hochbezahlten Regisseuren. Er zeigt ganz normale Menschen, die Poker genutzt haben, um ihr Leben auf den Kopf zu stellen.

Der wichtigste Charakter des Films ist der Las Vegas Pro und World Poker Tour Co-Gastgeber Tony Dunst, die junge Mutter Moon-Andseren aus Minnesota und der australische Abenteurer Martin Bradstreet. Diese drei sprechen über ihre Reisen und ihre Opfer, die sie für ihre Familien und ihren Traum erbringen. Neben diesen Charakteren zeigt der Film auch einige der prestige-trächtigsten Spieler der großen Pokerturniere, wie World Poker Tour, die partypoker.com Premier League und die World Series of Poker. Unter ihnen Poker-Profi Vanessa Selbst, der „Ambassador of Poker“ Mike Sexton, und Fernsehmoderator und Modell Liv Boeree. Die 2M2MM-Stars Jay Rosenkrantz und Ryan Firpo führten die Regie bei Bet, Raise, Fold, und produziert wurde das ganze vom Poker-Unternehmer Taylor Caby.

Rosenkrantz sagte, die Idee des Films sei im Forum Two Plus Two entstanden. 2006 wurde ein aktives Mitglied in dieser Community und dort traf er den Poker-Enthusiast Dean Strachan. Die zwei tauschten außergewöhnliche Geschichten über Pokerspieler aus, die ihr Leben komplett durch Online Poker finanzierten. Rosenkrantz haben diese Geschichte so bewegt, dass er diese auf die große Leinwand bringen wollte. Die beiden posteten ihre Ideen über das Projekt in das Forum und Regisseur Ryan Firpo war dort ebenfalls Mitlied und kontaktierte Rosenkrantz. Die beiden realiserten ihr Filmprojekt tatsächlich und mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.

Leider gibt es noch keine Informationen, ob der Film außerhalb der USA in die Kinos kommt. Aber auf der offiziellen Webseite kann man sehen, warum der Film vermutlich der wichtigste Poker-Film aller Zeiten ist.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Babys

babys-dvd1Babys ist ein wundervoller Dokumentarfilm, der ohne Kommentar auskommt und vier Babys in vier unterschiedlichen Kulturen in ihrem ersten Lebensjahr begleitet. Mit dabei ist ein Dorf in der Mongolei, ein Mädchen aus Namibia und zwei Kinder aus den hochtechnisierten Ländern Japan und USA.

Warum Frankreich oder Deutschland nicht dabei ist, weiß ich nicht, denn immerhin wurde der Film hierzulande produziert. Aber es ist toll anzusehen, wie die Kinder so unterschiedlich aufwachsen und sich doch in ihrer Neugier und in ihrem Verhalten so ähnlich entwickeln.

Die DVD beinhaltet außerdem ein tolles Booklet, in dem Interviews mit dem Regisseur und den Eltern der Kinder zu finden sind, die sich auch über ihre Eindrücke der anderen Kulturen auslassen. Superspannend!

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Fluch der Karibik – Fremde Gezeiten

Der vierte Teil der hauptsächlich vom leicht tuntigen Captain Jack Sparrow (Johnny Depp mal wieder mit viel Lidschatten) getragenen Filmreihe nimmt den Popcorn-Kino-Gänger mit auf eine Reise zum Jungbrunnen. Komisch, dass ich ihn nicht schon im Kino gesehen habe.

Als weiblicher Konterpart ist die schöne Penelope Cruz an Bord. Witzigerweise spielt sie im Rennen von zwei britischen und einem spanischen Expeditionskorps, die um das Erreichen des ewige Jugend verheißenden Tempel wetteifern, eine Britin und keine Spanierin. Nun gut.

Der Film bringt mal wieder ein reichlich belangloses Sujet auf Zelloloid, aber das mal gar nicht so schlecht. Im Grunde sind die Piraten der Karibik-Filme doch die modernen Indiana Jones Filme – Abenteuerfilme alten Schlages eben. Mit mehr oder weniger klaren Gut-Böse-Fronten und Screwball-Elementen, wohin man schaut. Ein Feuerwerk an Ideen ohne größeren Verve und eben perfekt umgesetzt, als das was es sein soll: anspruchsloses Kino zum Abschalten. Hört sich negativ an, ist aber gar nicht so gemeint. Ich vergebe mal 8 von 10 Sternen.

Das Lied in mir

Jessica Schwarz hatte ich ja nicht als soo wahnsinnig gute Schauspielerin in Erinnerung, aber in diesem fantastischen Film, spielt sie überragend.

Bei einem zufälligen Transitaufenthalt in Buenos Aires fällt der Leistungsschwimmerin Maria auf, dass sie ein spanisches Kinderlied kennt, obwohl sie kein Wort spanisch spricht. Nach und nach entspinnt sich ihre Geschichte rund um die Entführung ihrer Eltern von der argentinischen Militärdiktatur 1983.

Sie findet ihre Familie und die Darstellung der Unmündigkeit und Hilflosigkeit wird auch komplett ohne eine einzige Rückblende überdeutlich. Der Film geht definitiv unter die Haut und ist für mich ein Highlight des deutschen Kinos der letzten Jahre.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen ist dann doch eher nochmal für eine Kategorie jüngere Zuschauer gedacht als ich es angenommen hatte. Ich vermute die Zielgruppe hat eher Vorschulalter. Mh, und da muss man schon sagen, das ist dann ja etwas grenzwertig, den Film als Erwachsener zu bewerten.

Er ist natürlich unendlich voraussehbar und wenig überraschend und dadurch auch wenig lustig. Aber er ist gut gemeint und größtenteils auch recht gut umgesetzt. Ich fand ihn ehrlich gesagt nicht annähernd so lustig wie zum Beispiel ein Shrek oder Monster Inc., aber die Zielgruppe ist dort wohl auch nochmal ein Stück älter.

Ich gebe der Geschichte rund um den jungen Erfinder, der einen Maschine in den Himmel jagt, die Essen aus Wolken produzieren kann jedenfalls nur 6 Sterne.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆