Archiv für den Monat: Januar 2011

Memento

Gestern lief Memento im Dritten – der erste große Film von Christopher Nolan (Batman Begins, The Dark Knight, Inception) – und das war ja schon im Jahr 2000 ein Highlight meiner Film-Sozialisation. Es ist für mich jedenfalls der ultimative Amnesie-Thriller. Er kommt ohne Mind-Fuck aus, wird avantgardistisch rückwärts erzählt, das passt zur Amnesie von Leonard (Guy Pearce), der nach einem Mord/Überfall auf ihn und seine Frau, bei dem seine Frau umkommt, sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat und sich so immer nur an die letzten paar Minuten erinnern kann.

Das ganze ist extrem komplex und verwirrend, wenn man nicht 100% aufpasst. Der Film verlangt also Konzentration. Aber das lohnt sich. Er fängt die Hilfslosigkeit von Leonard toll auf, die Verwirrung, die verzweifelten Versuche sein Leben im Griff zu behalten. Auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau…

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Alles, was wir geben mussten

Wie schon bei Die kommenden Tage muss ich sagen, ich liebe subtile Science-Fiction. Nicht zuletzt das grandiose Gattaca hat da Maßstäbe gesetzt. Ich habe jetzt neulich den Trailer gesehen und der war schön. Britisch, zurückgenommen.

Die Story ist bekannt. Zuletzt war unter dem Titel The Island ähnliches im Kino zu sehen. Und die Dreiecksgeschichte erinnert auch ein wenig an angesprochenen Gattaca. Zudem ist Carey Mulligan, die ich aus Doctor Who kenne und die erneut wie in Stolz & Vorurteil an der Seite von Keira Knightley spielt, natürlich niedlich, und Andrew Garfield hat in The Social Network eigentlich ziemlich überzeugt (und auch schon bei Doctor Who mitgespielt).

Worum es genau geht? Um Liebe und Genetik – und ansonsten bleibt der Trailer Gottseidank im Vagen. Für Regisseur Mark Romanek ist dies nach zahlreichen Musikvideos der zweite Langfilm nach The Social Network. In Deutschland kommt der Film am 31.03.11 in die Kinos.

Immer Drama um Tamara

Neulich im Kino – ein Film, dessen Namen man eigentlich erstmal vergessen sollte. Welche Erwartungen weckt dieser Titel: Immer Drama um Tamara. Slapstick?

Dabei trägt das ganze im Original eigentlich nur den Namen von Ein Quantum Trost Bond-Girl Gemma Arterton Filmfigur Tamara Drewe. Das ist zwar ebenso nichtssagend, aber es hält nicht ganz so viele Kinogänger vom Besuch des Filmes ab, der ganz ordentlich und witzig von Irrungen und Wirrungen in der englischen Provinz handelt. Nett anzusehen, Arterton ist verdammt hübsch, die Story um ihre vielen Männergeschichten, ein paar Schriftsteller und zwei gelangweilte Schulmädchen holpert mehr so vor sich hin. Aber man fühlt sich doch unterhalten. Und das soll es doch auch sein.

Rein handwerklich hätte ich mir von Regisseur Stephen Frears (High Fidelity, The Queen) allerdings mehr erwartet.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Black Swan

Mit einer Wahnsinns-IMDB-Wertung von 8.6 geht dieser Film ins Rennen um die Oscars. Man glaubt ja nicht, dass ein Ballet-Tänzer-Thriller so einen Eindruck auf ein Massenpublikum machen kann, aber der Trailer ist gigantisch.

Am 20. Januar kommt der Film hierzulande in die Kinos. Bin gespannt, ob er auch hier überzeugen kann. Darren Aronofsky hat ja zuvor mit Requiem for a Dream einen Arthouse Klassiker und mit The Wrestler einen Film über alle Genregrenzen hinweg arrangiert. Das sind natürlich keine schlechten Voraussetzungen und der Film wurde auch gleich als bestes Drama für die Golden Gloges nominiert und auch Natalie Portman ist für ihre Hauptrolle nominiert worden.

Reservoir Dogs

Was mussten meine schwachen Augen neulich im Nacht-Programm eines öffentlich-rechtlichen Dritten Programmes sehen – bzw. „müssen“ ist eigentlich das falsche Wort. Da lief mal eben so ein Reservoir Dogs. Nicht schlecht wenn man solche Filme im Archiv verrotten lassen kann, um sie dann unvermittelt aus dem Hut zu zaubern.

Der erste Film von Quentin Tarentino ist zwar blutig und gemein, aber dennoch ein Meisterwerk. Die IMDB führt ihn unter den Top 100 Filmen. Steve Buscemi erlebt seinen Durchbruch als Schauspieler. Einfach toll, was dort produziert wurde. Eine verwinkelte Gangstermilieustudie. Ach Studie ist zuviel gesagt – es geht bei Tarantino halt dann doch eher um die Wurst. Und verwinkelter ist sicherlich auch Pulp Fiction, in dem Tarantino 2 Jahre später Regie führte. Großes Kino!

Rating: ★★★★★★★★☆☆