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There will be blood

Endlich bin ich dazu gekommen Paul Thomas Andersons neuesten *räusper* Film zu schauen. Bisher waren alle seine Filme ja großartig. Ob seine Milieustudie der Pornoindustrie im Umbruch zum Distributionsmedion Videokassette Boogie Nights, dem bombastisch aufgeblähten Episodenfilm Magnolia, der dramatischen Komödie Punch-Drunk Love, mit einem großartigen Adam Sandler (sic!) … und dann kam 2007 also There will be blood, der auch 2 Oscars bekommen hat.

Daniel Day-Lewis spielt einen gewissenlosen Öl-Prospektor in den ersten Tagen der Entstehung der vielleicht wichtigsten Industrie der Moderne. Ein wahrhaft schmutziges Geschäft, in vielerlei Hinsicht. Der Prospektor verliert seinen eigenen Sohn an sein Geschäft und seine Skrupellosigkeit. Und dann ist der noch der neue radikale Evangelismus, den er sich in Persona eines schmächtigen jugendlichen Laien-Predigers zum Feind macht.

Da ringen zwei Teufel um die Zukunft Amerikas. Und so wie beide gewinnen, verlieren sie doch zugleich. Alles.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Haben Sie das von den Morgans gehört?

Und noch ein blöder Film, den ich mir neulich im Fernsehen angeschaut habe. Manchmal trauere ich ja um das ganze schöne Geld der Menschen, die dafür echt ins Kino gegangen sind. Die Geschichte rund um ein zerstrittenes New Yorker Ehepaar, das selbst als Scheidungsanwälte tätig sind (haha), und die zufällig einen Auftragskiller beobachten und deshalb in ein Zeugenschutzprogramm in die Wildnis Nord-Amerikas (hihi) gebrachte wird, ist an Vorhersehbarkeit nicht zu überbieten. *SPOILER* Natürlich findet das Paar wieder zusammen.

Es gibt eine Konfrontation mit einem Bären (kicher) und die Großstädter lernen das Land und die Leute kennen und schätzen (seufz). Blöd, blöd, blöd, blöd! Sorry. Und dann spielen auch noch Hugh Grant und Sarah Jessica Parker. Na, danke!

Rating: ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 

Super 8

Endlich bin ich dazu gekommen den „neusten“ *räusper* J.J. Abrams-Film zu schauen. Es ist eine große Verbeugung vor Steven Spielberg (der gleichzeitig Produzent ist) und seinen Kultfilm E.T. ist – und natürlich vor den 80ern an sich.

Das tolle an dem Film ist jetzt nicht die innovative Story, das hat man alles schonmal gesehen. Es ist die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird. War bei Cloverfield noch kein einziges Kind zu sehen, stehen nun Kinder im Mittelpunkt. Es ist ein Abenteuerfilm für Erwachsene, der uns zurückbringen will in unsere Kindheit. Und an Elle Fanning die kleine Schwester von Dakota Fanning wird man sich noch lange erinnern.

Ein toller Science Fiction, keine Frage. Aber die fehlende Innovation in der Story gibt bei mir Abzüge in der B-Note.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Er steht einfach nicht auf Dich!

Es gibt Filme, die haben so viele Stars, dass man vermuten könnte, für ein Drehbuch war kein Geld mehr da. Und da gehört Er steht einfach nicht auf Dich! definitiv dazu. Es wimmelt nur so vor großen Namen: Ginnifer Goodwin, Scarlett Johansson, Ben Affleck, Jennifer Aniston und Drew Barrymore sind dabei die bekanntesten.

Dabei gibt die Story nicht viel her. Ein gefühltes gutes Dutzend bestenfalls dümmliche Frauen rennen ein paar offensichtlich begehrenswerten Männern hinterher, oder versuchen ihre Beziehung zu retten, nachdem sie sie nach hysterischen Anfällen selbst ins Wanken gebracht haben. Zudem spielt Ginnifer Goodwin so etwas wie ein „Hässliches Entlein“, das niemanden abbekommt – das ist natürlich einfach absurd, aber ich erinnere mich an einen Film, der glaube ich Plötzlich Prinzessin hieß – da war die „Prinzessin“ sogar hässlicher als die Ausgangsperson. Hollywood halt.

Halt: ein Lob geht noch an Scarlett Johansson. Die ist halt immer cool.

Rating: ★★★★☆☆☆☆☆☆ 

Beginners

Ein Liebesfilm mit Ewan McGregor, den ich nun wirklich nicht mag, und der wundervollen Mélanie Laurent. Das ergibt einen Höhepunkt des poetischen Kinos. Die französische Schauspielerin, die eine französische Schauspielerin spielt, trifft den Mann, der sich in einer Midlife-Crisis befindet, auf einer Motto Party. Sie ist stumme Pantomime, er Sigmund Freud. Hach.

Dabei hat er gerade einen Schock erleben müssen, sein Vater hat ihm kurz zuvor eröffnet, dass er Krebs im tödlichen Stadium hat, und dass er schwul ist und mit dem jungen Andy einen Lover hat. Ein toller Film, da gibt es eine waschechte Empfehlung von mir.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Planet der Affen: Prevolution

Planet der Affen ist eine wirklich trashige Film-Serie, die 1968 mit Charlton Heston startete und dessen Neuverfilmung 2001 zu den blödesten Filmprojekten ever gehörte (und jetzt hätte ich fast gesagt, dass man sich wohl deshalb Mark Wahlberg als Hauptdarsteller aussuchte). Der Filmstoff an sich gibt allerdings so einiges her.

1968 dachte man sicher noch an Umweltzerstörungen, die zur Ausrottung der Menschheit und zur Herrschaft der Affen über den Planeten führen könnte. Heute sind es genetische Experimente, die einem da als mögliche Ursache in den Sinn kommen. In diesem Prequel zeigt Regisseur Rupert Wyatt grandios (und Popcorn-Kino-gerecht) wie sich Primaten als Versuchstiere fühlen und was sie tun würden, wären sie intelligenter als wir. Andy Serkis mimt den Schimpansen Charles auf seine großartige CGI-animierte Weise. Und die Story hat man zwar schon gefühlte 100-mal gehört, aber so gut und einfühlsam umgesetzt selten gesehen. Von mir gibt es für diesen Prequel, dessen deutscher Filmtitel mal wieder ein großer Fail ist (Prevolution *seriously?*), 8 von 10 Sterne.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Superbad

Ich arbeite mich ja durch alle Micheal Cera Filme durch, derer ich habhaft werden kann. Zudem hat mir den Film ein Arbeitskollege empfohlen. Und Regisseur Greg Mottola hat ja später Adventureland gedreht, den ich so toll fand. Zu meiner Überraschung hab ich auch Setz Rogen wieder entdeckt, der ja mit Zack and Miri make a porno einen tollen Film gemacht hat. Der Cast stimmt also schonmal.

Jetzt habe ich natürlich so eine leichte Abneigung gegen Highschool-Filme, weil ich die selbst mal ganz gut fand oder jedenfalls zu viele gesehen habe. Aber Greg Mottola treibt es nicht zu weit. Irgendwie läuft der Film zwar so etwa ab wie auch Hangover – mit viel Alkohol erleben drei typische High School-Loser eine wahnwitzige Nacht – aber trotzdem sind die Figuren noch sympathisch.

Ich befürchte trotzdem, das wird nicht jedem gefallen, und mir ging das Szenario zwischenzeitlich auch mal auf den Senkel, aber amüsiert hab ich mich trotzdem ganz gut

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

New Girl

So, der Spiegel schreibt schon zum zweiten Mal lüber die Serie New Girl, die in der nächsten Woche auf Prosieben starten wird. Es muss wohl so eine Art moderenes Friends sein – nur in gut und witzig.

Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt und die ersten Sachen, die ich mir so im Internet angeschaut hab sahen doch wirklich sehr vielversprechend aus. Zooey Deschanel setzt mit ihrer schrulligen Darstellung der Jess, die neu in eine WG einzieht, geradezu zu einem Charme-Flächenbombardement an. Ob das aber mehrere Staffeln trägt. Man wird es sehen.

Ach ja, und Jess singt. ^^

Men In Black 3

Am 24. Mai 2012 kommt ein Film in die Kinos dessen erster Trailer diese Woche meine Facebook-Wall volllaufen ließ. Barry Sonnenfeld, der auch schon die ersten beiden dieser Science Fiction/Comedy-Klassiker abgedreht hat, führt auch dieses mal wieder Regie. Ob das ein Blockbuster-Garant ist? Ich denke schon. Hoffentlich hinkt die Story nicht so arg wie beim zweiten Teil.

Im Trailer (unten) kann man schon sehen, dass Will Smith und Tommy Lee Jones wirken als wären sie kaum gealtert. Erstaunlich, immerhin ist der erste Men in Black schon 1997 in die Kinos gekommen. Mal schauen, ob Men in Black 3 die hohen Erwartungen erfüllen kann. Die wird es sicherlich auch wieder für die Kinokassen geben, denn: Sequels sell!

High Fidelity

Stephen Frears hat sich nicht gewehrt. Zumindest nicht stark genug als die Drehbuchschreiber den Film High Fidelity nach Chicago umschrieben, obwohl der Roman von Nick Hornby doch so britisch war. Schade. Aber ansonsten ist das Ergebnis immer noch ein großartiger Film.

Der selbstverliebte Loser Rob Gordon, der vermeintlich nichts weiter zustande gebracht hat als Besitzer eines Plattenladens zu sein, und mehrere zerbrochene Beziehungen, auf die er zurückblicken kann. John Cusack spielt ihn großartig arschig. Er versteht gar nicht, wenn er seine Ex-Freundin Laura immer wieder aufs Neue hintergeht. Und trotzdem schafft Hornby/Frears, dass nicht zuviel moralische Distanz zwischen Zuschauer und Rob entsteht.

Ich hab den Film 2000 in einer Sneak Preview gesehen. Das war damals also einer meiner wenigen Sneak Glücksgriffe.

Rating: ★★★★★★★★☆☆