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Verblendung

Am Wochenende mal wieder im Kino gewesen. Das Remake des schwedischen Erfolgsromans/-films Verblendung, mit Daniel Craig und Mara Rooney. Neu verfilmt mit dem Regisseur David Fincher (!), der ja einige Klassiker des Thriller-Kinos gemacht hat (Sieben, Fight Club, The Social Network).

Bei so einer Literaturverfilmung und den Liebhabern der alten Verfilmungen ist es natürlich schwer ein neutrales Urteil zu formulieren. Aber aus meiner Sicht ist Verblendung ein ganz großartiger Film geworden. Man sagte mir, er sei sehr, sehr nah an der Originalverfilmung, nur die Menschen seien hübscher. Im Internet gibt es übrigens grandiose Diskussionen über das Product Placement von Apple. Hacker würden, so heißt es da, niemals einen Mac benutzen. Im Film wimmelt es aber nur so von iMacs.

Die Story tendiert ein wenig dazu zu viele Topoi in den Plot zu packen, aber sei’s drum. Es ist gutes Kino, wobei für meinen Geschmack an der einen oder anderen Stelle schon fast zu hart, was die Gewaltszenen angeht. Also kein Familienfilm.

Für mich ein Rätsel bleibt auch der Vorspann. Wüsste ich es nicht besser, hätte ich gesagt, der gehört eigentlich zu einem ganz anderen Film … ???

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Öffne die Augen

Alejandro Amenábar hat mit Eduardo Noriega bereits seinen allerersten Spielfilm Tesis gedreht, und dann folgte 1996 der Film Abre los ojos mit der bezaubernden Penélope Cruz. Eigentlich will ich nicht allzu viel über den Film sagen, denn dann würde man ihm seine Spannungsmomente nehmen, denn Öffne die Augen (wie der Film auf deutsch heißt) lebt von seinen Wendungen und Drehungen.

Der Yuppie César (Eduardo Noriega) hat alles und bekommt alles, was er will. Das ist irgendwie unheimlich.

Alejandro Amenábar entspinnt die Story so gekonnt, dass man im sogleich bat, den Film nocheinmal als Hollywood Produktion zu drehen. Er sagte ab, verkaufte aber die Rechte und der Film wurde als Vanilla Sky mit Tom Cruise und nochmal Penélope Cruz verfilmt. (Dort haben sich die beiden kennen und lieben gelernt.) Er selbst filmte mit dem Geld aus Hollywood 2001 mit Nicole Kidman (sic!) The Others und zuletzt mit Javier Bardem Das Meer in mir.

Wie gesagt, ich kann und will nicht zuviel über diesen Thriller verraten, aber er hat eine klare Empfehlung von mir.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Memento

Gestern lief Memento im Dritten – der erste große Film von Christopher Nolan (Batman Begins, The Dark Knight, Inception) – und das war ja schon im Jahr 2000 ein Highlight meiner Film-Sozialisation. Es ist für mich jedenfalls der ultimative Amnesie-Thriller. Er kommt ohne Mind-Fuck aus, wird avantgardistisch rückwärts erzählt, das passt zur Amnesie von Leonard (Guy Pearce), der nach einem Mord/Überfall auf ihn und seine Frau, bei dem seine Frau umkommt, sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat und sich so immer nur an die letzten paar Minuten erinnern kann.

Das ganze ist extrem komplex und verwirrend, wenn man nicht 100% aufpasst. Der Film verlangt also Konzentration. Aber das lohnt sich. Er fängt die Hilfslosigkeit von Leonard toll auf, die Verwirrung, die verzweifelten Versuche sein Leben im Griff zu behalten. Auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau…

Rating: ★★★★★★★★★★