Archiv für den Monat: Februar 2012

Thor

Hui, war der Film blöd. Gut, das konnte man sich schon denken, eigentlich, bei der Story. Bzw. bei dem was man vorher darüber gehört hat. Aber für mich wurden diese Erwartungen doch noch ein wenig getoppt. Ein reichlich doofer und kriegsgeiler Thor, der seinem Vater Odin nicht gehorchen will, und der einen unfassbar schlecht inszenierten Konflikt mit seinem (Halb?-)Bruder Loki (sic!) austrägt, wird auf die Erde geworfen.

Dort sucht er erstmal seinen Hammer Mjölnir, um dann festzustellen, dass er fast alle seine gottlichen Kräfte verloren hat. Währenddessen stellt sich Loki als Charakter heraus, der ein mieses Doppeldoppelspiel spielt. Klar, dass es trotzdem ein Happy End gibt und ein Cliffhanger für den zweiten Teil.

Mh, die Action Sequenzen sind ganz nett anzuschauen. Viel mehr Positives fällt mir nicht ein. Gut für jeden, der den Film nicht im Kino sehen musste.

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

There will be blood

Endlich bin ich dazu gekommen Paul Thomas Andersons neuesten *räusper* Film zu schauen. Bisher waren alle seine Filme ja großartig. Ob seine Milieustudie der Pornoindustrie im Umbruch zum Distributionsmedion Videokassette Boogie Nights, dem bombastisch aufgeblähten Episodenfilm Magnolia, der dramatischen Komödie Punch-Drunk Love, mit einem großartigen Adam Sandler (sic!) … und dann kam 2007 also There will be blood, der auch 2 Oscars bekommen hat.

Daniel Day-Lewis spielt einen gewissenlosen Öl-Prospektor in den ersten Tagen der Entstehung der vielleicht wichtigsten Industrie der Moderne. Ein wahrhaft schmutziges Geschäft, in vielerlei Hinsicht. Der Prospektor verliert seinen eigenen Sohn an sein Geschäft und seine Skrupellosigkeit. Und dann ist der noch der neue radikale Evangelismus, den er sich in Persona eines schmächtigen jugendlichen Laien-Predigers zum Feind macht.

Da ringen zwei Teufel um die Zukunft Amerikas. Und so wie beide gewinnen, verlieren sie doch zugleich. Alles.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Haben Sie das von den Morgans gehört?

Und noch ein blöder Film, den ich mir neulich im Fernsehen angeschaut habe. Manchmal trauere ich ja um das ganze schöne Geld der Menschen, die dafür echt ins Kino gegangen sind. Die Geschichte rund um ein zerstrittenes New Yorker Ehepaar, das selbst als Scheidungsanwälte tätig sind (haha), und die zufällig einen Auftragskiller beobachten und deshalb in ein Zeugenschutzprogramm in die Wildnis Nord-Amerikas (hihi) gebrachte wird, ist an Vorhersehbarkeit nicht zu überbieten. *SPOILER* Natürlich findet das Paar wieder zusammen.

Es gibt eine Konfrontation mit einem Bären (kicher) und die Großstädter lernen das Land und die Leute kennen und schätzen (seufz). Blöd, blöd, blöd, blöd! Sorry. Und dann spielen auch noch Hugh Grant und Sarah Jessica Parker. Na, danke!

Rating: ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 

Super 8

Endlich bin ich dazu gekommen den „neusten“ *räusper* J.J. Abrams-Film zu schauen. Es ist eine große Verbeugung vor Steven Spielberg (der gleichzeitig Produzent ist) und seinen Kultfilm E.T. ist – und natürlich vor den 80ern an sich.

Das tolle an dem Film ist jetzt nicht die innovative Story, das hat man alles schonmal gesehen. Es ist die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird. War bei Cloverfield noch kein einziges Kind zu sehen, stehen nun Kinder im Mittelpunkt. Es ist ein Abenteuerfilm für Erwachsene, der uns zurückbringen will in unsere Kindheit. Und an Elle Fanning die kleine Schwester von Dakota Fanning wird man sich noch lange erinnern.

Ein toller Science Fiction, keine Frage. Aber die fehlende Innovation in der Story gibt bei mir Abzüge in der B-Note.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Er steht einfach nicht auf Dich!

Es gibt Filme, die haben so viele Stars, dass man vermuten könnte, für ein Drehbuch war kein Geld mehr da. Und da gehört Er steht einfach nicht auf Dich! definitiv dazu. Es wimmelt nur so vor großen Namen: Ginnifer Goodwin, Scarlett Johansson, Ben Affleck, Jennifer Aniston und Drew Barrymore sind dabei die bekanntesten.

Dabei gibt die Story nicht viel her. Ein gefühltes gutes Dutzend bestenfalls dümmliche Frauen rennen ein paar offensichtlich begehrenswerten Männern hinterher, oder versuchen ihre Beziehung zu retten, nachdem sie sie nach hysterischen Anfällen selbst ins Wanken gebracht haben. Zudem spielt Ginnifer Goodwin so etwas wie ein „Hässliches Entlein“, das niemanden abbekommt – das ist natürlich einfach absurd, aber ich erinnere mich an einen Film, der glaube ich Plötzlich Prinzessin hieß – da war die „Prinzessin“ sogar hässlicher als die Ausgangsperson. Hollywood halt.

Halt: ein Lob geht noch an Scarlett Johansson. Die ist halt immer cool.

Rating: ★★★★☆☆☆☆☆☆ 

Metropolis

Ich glaube ja die Leistung von Fritz Lang lässt sich aus heutiger Sicht eigentlich gar nicht mehr bewerten. Der erste wirkliche Science Fiction, der erste Film seiner Art – bombastisch, gigantisch und ein Riesen-Flop an der Kino Kasse. Der teuerste Film der bis dahin jemals gedreht wurde, vor einer Wahnsinnskulisse wie sie die Macher von Das fünfte Element und Blade Runner offensichtlich nicht besser ersinnen konnten.

Doch nach dem Flop in den Kinos, wurde der Film neu geschnitten, ein Großteil des 600 Kilometer Filmmaterials (350 Stunden) ging komplett verloren und davon tauchte ein Teil vor wenigen Jahren in einem Filmarchiv in Argentinien wieder auf. Die nun restaurierte Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung war vor Kurzem im Unikino bei uns zu sehen. Der Film wirkt wie ein Theaterstück, und gar nicht so, als sei er 85 Jahre alt. 85 Jahre(!), unglaublich.

5 Millionen Reichsmark kostete der Film, zwang die ufa in Berlin fast in den Ruin. Sie wurde aufgekauft von Alfred Hugenberg, den wichtigsten industriellen Wegbegleiter der Nationalsozialisten. Der Film scheitert also auch im Realen, sowie auch im künstlerischen. Fritz Lang will alles, und kann doch nichts zu Ende führen. Bourgeoisie, Sozialdemokraten, Christen – jede Volksgruppe bekommt Motiv-Fetzen hingeworfen, doch die kitschige Versöhnung aller Konflikte, das konnte auch 1927 niemanden überzeugen. Dennoch: Metropolis ist der wichtigste Film der deutschen Filmgeschichte. Das muss man gesehen haben.

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Nichts ist besser als gar nichts

Jan Peters hat eine Dokumentation gedreht über Frankfurt, nein eigentlich über Arbeit oder vielmehr über die Menschen, die keine Lohn-Arbeit haben, und trotzdem in Frankfurt leben. Der Gegensatz zwischen den schimmernden Wolkenkratzern und Peters, der ein Experiment wagt und sich selbst ohne Geld mehrere Tage und Wochen als Mikro-Entrepreneur und Überlebenskünstler durchzuschlagen versucht, lernt sozusagen die Stadt von unten kennen.

Dabei nimmt er Ratschläge von Beratern, Lehrern und eben jenen Überlebenskünstlern entgegen. Und er lernt, was Armut und Barmherzigkeit wirklich bedeuten, jenseits von Sozialromantik. Klar, alternative Arbeitskonzepte und auch das Bedingungslose Grundeinkommen kommen zur Sprache. Aber auch metaphorische Arbeitsentwürfe, wie der (Zweit-)Beruf eines Imkers. Bienen sind das drittwichtigste Kulturtier in Deutschland (neben Rind und Schwein), sie sind verantwortlich für den Fortbestand eines Großteils der Landwirtschaft. Die Aufmerksamkeit für den Beruf des Imkers ist jedoch wesentlich geringer.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆