Archiv für den Monat: November 2011

Zufällig verheiratet

Mal wieder habe ich mich wider besseren Wissens an einen Film rangewagt bei dem der Titel schon förmlich schreit „Schau mich bitte nicht an!“.

Nun gut, Colin Firth spielt eine Nebenrolle in „Zufällig verheiratet“, alle weiteren schauspielerischen sind sowieso vernachlässigbar. Eine Radio-Moderatorin gibt Nachhilfe in Sachen Beziehungen und zerstört damit auch viele. Ein Feuerwehrmann will sich rächen und ein junger Hacker verheiratet ihn kurzerhand per Hack mit der Moderatoren, die eigentlich gerade einen geleckten Emporkömmling heiraten wollte. Na wenn das keine Knaller-Story ist. 😉

Ich geb mal 5 Sterne für den Trash-Faktor und die schlechten ins Deutsche übertragenen Ortbezeichnungen.

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

The Walking Dead

In den USA gehen die Horror-Serien um. Neben American Horror Story ist The Walking Dead der große Knüller. Und das zurecht. Die Zombie-Serie ist hochspannend und erstklassig produziert. Da muss sie sich hinter keinem Kinofilm verstecken. Wie es so häufig ist, muss man sich maximal den Vorwurf gefallen lassen, dass die Schauspieler etwas blass bleiben. Aber das liegt vielleicht auch am Action-Genre. Angesiedelt ist die Story übrigens in Georgia und die erste Staffel umfasste nur wenige Tage Handlung. Die Erzählstruktur ist also eher gemächlich.

Sarah Wayne Callies ist die einzige die mir zuvor schon mal als Schauspielerin aufgefallen ist, als Dr. Darah Tankredy (oder so ähnlich) in Prison Break. Jedenfalls habe ich jetzt anderthalb Staffeln der eigentlich als Miniserie geplanten Serie durch und bin mir sicher, dass ich auch noch den Rest gucken werde. Leider steht in der Mitte der zweiten Staffel erstmal eine Sendepause bis Februar an. :-(

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

True Grit

Endlich bin ich dazu gekommen den neuen Film der Coen-Brüder (Joel und Ethan) zu sehen. Mittlerweile ist er auch schon wieder fast ein Jahr alt und ist ja auch für die Oscars letztes Jahr nominiert worden.

In diesem toll arrangierten Western versucht eine 14-Jährige (Hailee Steinfeld), den Mörder ihres Vaters Tom Chaney (Josh Brolin) zu finden. Helfen soll ihr der tougheste Mann, den sie finden kann,
Marshal Reuben J. Cogburn (Jeff Bridges). Ein Mann mit zweifelhaften Charakter, aber guten Drinking Skills. Und dann begleitet sie noch der mysteriöse Ranger LaBoeuf (Matt Damon) …

Insgesamt war das nach den letzten eher enttäuschenden Coen-Filmen mal wieder eine runde Sache, die sowohl launig als auch bestimmt war.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Krieg der Götter

Vorgestern war ich mal wieder in einem 3D Kinofilm. Naja, ich dachte, vielleicht mal einer, der nicht nur die Tiefe des Raumes ausnutzt, sondern auch mal den Zuschauern was entgegenschleudert. Das ist mal wieder nicht passiert. Schade.

Die Story, die sich tief in die bis zur Unkenntlichkeit veränderte griechischen Mythologie eingräbt, ist ein Gut gegen Böse, dass man auch schon von anderen modernen Sandalenfilmen wie 300 kennt. Nur, diesmal soll es alleine, der von den Göttern begünstigte Theseus richten. Dass er es selbst mit mehrfacher göttlicher Unterstützung nicht schafft, die Welt vor dem Bösen Herrscher König Hyperion (Mickey Rouke) zu retten, ist nur eine von vielen oft wahnwitzigen Diskontinuitäten im Film. Das ganze ist zudem furchtbar blutig in Szene gesetzt. Verwunderlich dass der Film nur FSK 16 hat.

Naja, mir gefiel er als ganzes jedoch nicht komplett schlecht. Obwohl er etwas stumpf und eindimensional geraten ist, hat er doch seine conematographisch schönen Momente. Und die Action ist gut. 😉

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Mein liebster Feind – Klaus Kinski

Klaus Kinski war vielleicht nicht unbedingt einer der besten Schauspieler aus Deutschland, aber sicherlich einer der intensivsten und eindringlichsten. Viele seiner Filme sind absolute Klassiker Woyzek, Nosferatu, Fitzcarraldo und Aguirre, der Zorn Gottes. Alles Filme, die man gesehen haben muss. Geprägt von Kinskis Gestalt, seinem Genie, seinem Wahnsinn.

Wie „wahnsinnig“ er denn wirklich war zeigt die Dokumentation seines wichtigsten Regisseurs Werner Herzog. Höhepunkt ist sicherlich die Anekdote, dass die Indio-Statisten aus dem amazonischen Dschungel Herzog anboten, Kinski für ihn umzubringen – nach seinen wochenlangen Tobsuchtsanfällen am Set. So etwas hatten die so sanft miteinander umgehenden Indios noch nicht gesehen. Aber so etwas hat auch ein normaler Mitteleuropäer in der Regel noch nicht in echt gesehen. Klaus Kinski ist eine Naturgewalt.

Und arte zeigt den Film in seiner 7-Tage-Mediathek noch bis zum 27.11.2011.

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Cowboys & Aliens

Da hab ich mir was angetan. Ein Film der Aliens von Cowboys bekämpfen lässt. Das ist wohl die blödeste Filmidee seit Snakes on a plane, aber gut.

Im wilden Westen tauchen plötzlich Aliens auf und ein Cowboy wundert sich, dass er plötzlich einen Armreif trägt mit dem er per Laser auch mal das ein oder andere Raumschiff von Himmel holt. Und Frauen gibt es natürlich auch. Hoho!

Die Story ist natürlich komplett erwartbar. Die schauspielerischen Leistungen eher mittelmäßig, die Besetzung aber durchaus hochwertig. Nagut, die Special Effects fand ich gut, aber insgesamt gibt es nur 5 Gnadenpunkte von mir.

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

Once Upon A Time

Eine neue US-amerikanische Serie sorgt für Aufsehen. Once Upon a Time von einem der Macher von Lost, Adam Horowitz, verquickt eine romantisch-böse Märchenwelt mit einem Örtchen an der amerikanischen Ostküste im Hier und Jetzt. Nach zwei Folgen muss ich sagen, das ganze holpert noch ein wenig, hat aber durchaus Potential eine schöne Geschichte zu werden.

Mit dabei ist Dr. House-Star Jennifer Morrison, die sich nun in einer entscheidenden Hauptrolle beweisen muss. Mal sehen ob ihr das gelingt und sie der bösen Märchenhexe den garaus machen kann.

Erster Eindruck:

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Anonymus

Am Donnerstag kommt ein neuer Film von Roland Emmerich in die Kinos, den ich erfreulicherweise gestern schon in einer Vorpremiere sehen konnte. Anonymus geht der Geschichte William Shakespeares nach, bzw. einer Geschichte, die man aus all den Verschwörungstheorien zusammenfrickeln könnte. So hat es William Shakespeare als großen Dramatiker nie gegeben. Die Figur war nur ein Konstrukt rund um politische Ränkespiele und einen Mann der die Kunst des Schreibens über alles liebte.

Ich muss sagen nach 20 Minuten mochte ich den Film überhaupt nicht, er war mit lauter Rückblenden, einer überflüssigen Rahmenstory völlig sperrig und überladen, noch dazu dutzende Charaktere (die auch ständig wieder in jung zu sehen waren). *seufz* Aber danach entsponnen sich eben jene Ränkespiele und die Wortgewalt der Shakespeare’schen Dramen und deren Bedeutung für die Tagespolitik rund um den Hof von Queen Elisabeth und die Frage, wer ihr Nachfolger werden könne. Noch dazu mit einer großartigen Schlusswendung. Noch eine Warnung: Der Film ist lang. 😉

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Alles, was wir geben mussten

Keira Knightley, Carey Mulligan, Andrew Garfield – allesamt tolle Schauspieler. Selbst in den Nebenrollen noch vorzüglich besetzt (z.B: mit Sally Hawkins). Eine herausragende Story von der Romanvorlage (Kazuo Ishguro) leicht in die Vergangenheit gesetzte Science Fiction. Einfach ein toller Film.

Die Prüderie und Strenge der 60er vermischt sich hier mit dem beklemmenden Gefühl, die eine GEsellschaft der zwei Klassen erzeugt. Hier existieren Menschen, die nur Ersatzteillager sind. Sie wachsen heran, gehen in abgeschiedene Schulen und lernen zu gehorchen, aber sie verlieben sich auch, und doch sollen sie keine Seele haben. Ein grausames System, dass jedoch weder von Protagonisten noch von der filmischen Ästhetik jemals direkt angegangen wird. Stattdessen konzentriert sich die Erzählung auf das Drama im Kleinen, was aus diesen Menschen, den lebenden Ersatzteillagern wird. Eine großes Literaturverfilmung!

Rating: ★★★★★★★★★☆