Archiv für den Monat: Juni 2011

Kriegerin

Nachdem ich vor kurzem den Producer des Films Kriegerin kennenlernen durfte, will ich das gute stück, den ich noch nicht gesehen habe zumindest mal mit seinem ersten Trailer vorstellen. Der Film lief jetzt beim Filmfest in München in der Premiere und ist etwas gewalttätig, das sei vorab gesagt. Dargestellt wird die „Karriere“ eine Neonazistin in einer Kleinstadt, irgendwo im Osten Deutschlands – wobei das auch leicht in den Westen übertragbar gewesen wäre. Dass aber auch vor einem solchen Setting eine komplexe Milieu- und Charakterstudie möglich ist, deutet der Trailer jedenfalls schon an.

Ich hoffe, ich kann den Film im Kino sehen und muss nicht bis zum Versenden des Films als Kleines Fernsehspiel im ZDF warten. Achja, und Hauptdarstellerin Alina Levshin hat schon in dem großartigen ARD-Fernseh-10-Teiler Im Angesicht des Verbrechens eine super Figur gemacht.
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Gegen jede Regel

Als Anfang der 70er Jahr in den Südstaaten der USA die Rassentrennung per Bundesgesetz aufgehoben wird, werden auch in zahlreiche bislang weiße Schulen, Schwarze US-Amerikaner geschickt. Auch gemischte College Football-Teams waren zu der Zeit im Süden nicht gern gesehen.

Und so erzählt der Film die wahre Geschichte von den Titans einer aus weißen und schwarzen Schülern zusammengestellte Football-Mannschaft vor die ein schwarzer Trainer gestellt wurde (Denzel Washington). Das ist patriotisch und kitschig und mit dem erhobenen Zeigefinger der Political Correctness und dennoch ein recht guter Film. Deshalb verrate ich auch das Ende nicht. 😉

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Das Wunder von Bern

Das ist definitiv einer der Filme, die mich nie interessiert haben. Aber ich hab ihn im ARD-Sommerkino aufgenommen und da hab ich jetzt also auch geguckt und ich muss sagen, das der Film besser war als ich dachte. Die ersten 45 Minuten war der Film brilliant und dicht erzählt. Eine Kriegsheimkehrer-Familiengeschichte verbunden mit dem Großereignis des Weltmeistertitels für die Bundesrepublik Deutschland 1954. Erstaunlich auch, dass mich die Deutschtümelei eigentlich recht wenig gestört hat und sie auch nur dezent zur Geltung kam.

Es sind eher formale Gründe, die den bis dahin guten Film in der zweiten Halbzeit zu Boden ringen. Die handelnden Personen agieren zunehmend unmotiviert, Es gibt nicht nachzuvollziehende Handlungswendungen. Die Vielfalt der gesetzten Themen und Motive kann nicht angemessen fortgeführt werden – und die Overdubs/Synchronisation der Dialekt sprechenden Fußballer sind eher mittelmäßig gut. Ein Ärgernis.

Gut jedoch, ganz klar, die Authentizität mit der der Zeitgeist und die Zeit dargestellt wird. Das fand ich doch erfrischend detailreich. Das reicht natürlich nicht für einen sehr guten Film, aber wenn man die erste Stunde zugeschaut hat, dann kann man auch die zweite noch mitanschauen. Gefühlt geht das Spiel jedoch 2:3 (2:1) aus.

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

Eine Insel namens Udo

Endlich hab ich es gestern mal wieder in Kino geschafft. Und es ist eine Komödie mit Kurt Krömer geworden, der ja seine Kurt-Krömer-Show an den Nagel gehängt hat, wobei ich vermute, dass dieser Film noch vorher abgedreht wurde. Kurt Krömer spielt einen unsichtbaren Kaufhausdetektiv – unsichtbar nicht wirklich, also er wird einfach immer übersehen. Das ist zumindest 20 Minuten lang urkomisch und echt eine tolle Idee, wenn sie so flott und charmant umgesetzt wird wie vom Regisseur Markus Sehr, dessen Langfilmpremiere dies ist.

Und auch das Drehbuch muss ich ausdrücklich loben, denn anundfürsich ist dieses Thema – und die verfängliche Liebe zur Hotelleiterin Jasmin (Fritzi Haberlandt), die ihn als einzige wahrnehmen kann – nicht viel Stoff für einen unterhaltsamen Abend im Kino. Aber als sich für Udo Gries (Kurt Krömer) die Wandlung zum Sichtbaren vollzieht gibt es auch nochmal einige Verwicklungen, die nur selten peinlicher Slapstick sind und meistens ins Bild einer gelungenen romantischen Komödie aus deutschen Landen passen.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit

Huiuiui, vielleicht sollte man sich nicht allzu positiv an Filme erinnern, an die man sich eigentlich gar nicht so wirklich erinnern kann – zumindest nicht über den (zugegeben) witzigen Titel hinaus. Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit ist ein Episodenfilm, der in Süddeutschland spielt und mit Verwechslungen aller Art und Kitsch im Überfluss echt schwer zu verdauen ist im Jahr 2011.

Vor allem Christoph Waltz kann einem fast Leid tun wenn man ihn zuletzt in seiner Oscar-Rolle gesehen hat. Aber er macht definitiv das beste drauß. Nur: ein wenig mehr Stimmigkeit hätte der Story gut getan. Einzig muss man zu Gute halte, dass der Film für damalige Verhältnisse recht flott geschnitten und lässt sich auch heute noch gucken, ohne dass man ständig auf die Vorspul-Taste schielt.

Rating: ★★★★☆☆☆☆☆☆ 

Kusswechsel – Kein Vorspiel ohne Nachspiel

Diese Woche kommt ein italienische Komödie in die Kinos, die ich von den Vorab-Informationen ganz witzig finde. Nun weiß ich auch, dass italienische Beziehungskomödien nicht jedermanns Sache sind. Aber schaut euch ruhig mal unten den Trailer an.

Anna ergreift die Chance ihres Lebens, als ihr Piero bei einem Unfall sein Gedächtnis verliert. Was schadet es, den Liebsten „neu zu programmieren“ und ein wenig für eine rosigere Zukunft zu flunkern? Paola ist da einsichtiger. Sie hat sich längst von ihrem Marcello getrennt und lebt mit einem Anderen. Trotz allem fügt sie sich einmal im Jahr dem Willen ihres Ex-Mannes und inszeniert mit den Kindern für die Schwiegermutter eine glückliche Familie! Doch was tun,
wenn die alte Dame todkrank ihre letzten Tage ganz im Kreise ihrer Lieben verbringen und zu allem Überfluss noch alle Urlaubsvideos ansehen möchte?
Männerprobleme gegen Frauenprobleme und hoffentlich nicht zu viele Klischees.

Auf MyVideo gibt es eine 17 Minuten Preview zu „Kusswechsel“ und ein kleines Gewinnspiel gibt es dort auch.